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Im Porträt · Helmut Schauer

Die Freiheit, sich nicht festzulegen.

Malerei, Grafik, Collage und Stein: Seit fast sechs Jahrzehnten folgt Helmut Schauer vor allem einer Kraft – seiner Neugier.

Farben und Malerei von Helmut Schauer

Laudatio

Kunst als lebenslange Bewegung.

Bei Helmut Schauer ist Vielfalt kein Ausweichen, sondern Haltung. Seit 1967 zeichnet, malt und experimentiert er – mit Graphit und Kohle, Öl und Acryl, Siebdruck, Collage, Frottage und ungewöhnlichen Materialkombinationen.

Seine Arbeiten können realistisch, expressiv oder abstrakt sein. Sie folgen keinem engen Stilprogramm. Entscheidend ist die Bereitschaft, dem Material zuzuhören und einem Bild zu erlauben, sich während des Entstehens zu verändern.

Was sich durch Schauers Arbeit zieht, ist die Bereitschaft, immer wieder neu anzufangen. Kunst bedeutet für ihn Erfahrung, Versuch und die Offenheit, Gewohntes zu verlassen. Gerade deshalb ist sein künstlerischer Weg auch nach fast sechs Jahrzehnten noch lange nicht abgeschlossen.

Eine Haltung zur Arbeit

„Kunst ist schön. Macht aber viel Arbeit!“

Karl Valentin – ein Satz, den Helmut Schauer seiner Arbeit voranstellt.

Seine Vita

Von der Zeichnung zur offenen Form.

Jahrgang 1953 · Gymnasium Dingolfing · Lehramtsstudium an der Universität Regensburg mit Kunst als musischem Schwerpunkt.

Seine ersten Schritte machte Schauer mit Deck- und Plakatfarben sowie mit Bleistift, Graphit, Zeichenkohle und Kugelschreiber. Um 1970 beschäftigte er sich intensiv mit Op-Art. Später kamen Öl- und Acrylmalerei hinzu.

Während seines Lehramtsstudiums an der Universität Regensburg mit Kunst als musischem Schwerpunkt lernte er Serigraphie und Kaltnadelradierung kennen. Lehrer wie Günter Filus, Heribert Sturm, Siegfried Mack und Dazy Tyroller gaben wichtige Impulse.

Doch aus diesen Einflüssen entstand kein festes Stilprogramm. Schauer sucht bis heute den Moment, in dem Material, Idee und Zufall miteinander zu arbeiten beginnen.

Der Künstler Helmut Schauer

Aus dem Werk

Zwischen Ordnung, Material und Experiment.

Werkgruppe ohne Titel von Helmut Schauer

Ohne Titel · Werkgruppe, je 20 × 20 cm

Ein  Werk ohne Titel in ÖL

Geordnete Streifen von Helmut Schauer

„Geordnete Streifen“ · aktuelle Arbeit

Seit 2021

Wenn der Stein zum Gegenüber wird.

Nach frühen Versuchen mit Holz wandte sich Helmut Schauer 2021 intensiver der Bildhauerei zu. In einem Kurs bei Werner Richter lernte er Buntsandstein und Granit als eigenständige Materialien kennen.

Aus Steinen aus dem Burgenland, dem Raum Vilshofen und dem Bayerischen Wald entstehen vor allem Köpfe und Gesichter. Nicht die perfekte Glätte steht im Mittelpunkt, sondern der Ausdruck, der bereits im Material verborgen scheint.

Steinplastik mit zwei Gesichtern von Helmut Schauer

Im Gespräch mit seinem Werk

Vier Fragen, die Schauers Kunst beantwortet.

Was hält ein künstlerisches Leben über Jahrzehnte in Bewegung?

Nicht die Wiederholung einer erfolgreichen Form, sondern die Lust, immer wieder andere Techniken und Materialien zu erproben.

Wie lässt sich sein Stil beschreiben?

Als offen und wandelbar: gegenständlich und abstrakt, farbstark und zeichnerisch, manchmal kritisch, manchmal spielerisch.

Welche Rolle spielt das Material?

Es ist nicht bloß Träger einer Idee. Papier, Metall, Wabenpappe, Holz oder Stein bestimmen mit, wohin sich eine Arbeit entwickelt.

Was verbindet die unterschiedlichen Werkgruppen?

Die Überzeugung, dass Kunst offenbleiben darf – für neue Verfahren ebenso wie für die eigene Interpretation des Betrachters.

Ausstellungen und Engagement

Kunst zeigen heißt, sie mit anderen zu teilen.

Von frühen Präsentationen in Landau über die Isargilde bis zu aktuellen Ausstellungen in Vilshofen, Bad Griesbach, Ortenburg und Deggendorf zieht sich Öffentlichkeit wie ein roter Faden durch Schauers Arbeit.

Seit 2020 ist er regelmäßig bei der Kunstmeile Vilshofen vertreten. Weitere Stationen waren die Rathausgalerie Vilshofen, das KunstForum Palais im Stadtpark Deggendorf und Ausstellungen von Bildung-s-ART.

Als Mitglied des Kunstvereins Deggendorf und Unterstützer von Bildung-s-ART versteht Schauer Kunst nicht nur als persönliche Tätigkeit, sondern auch als Beitrag zu einer lebendigen regionalen Kulturszene.

Helmut Schauer entdecken

Ein Künstler, der sich die Offenheit bewahrt hat.

Wer Schauers Arbeiten betrachtet, begegnet keinem abgeschlossenen Stil. Man begegnet einem langen künstlerischen Leben, das sich immer wieder neue Materialien, Verfahren und Fragen erlaubt.

Zur Website des Künstlers →
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